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Weißen 1, 07407 Uhlstädt-Kirchhasel

Zuviel Beruf, der Alltag, die Kinder …

  • 31. Mai
  • 3 Min. Lesezeit
Rheumapatientin 56 Jahre alt

Saskia Ehrich, 45 Jahre


Begonnen hat ja alles schon vor fünf Jahren. Da waren unklare Symptome, ich habe mich immer mal so komisch gefühlt. Meine Beine und Hände schmerzten immer mal. Ich war daraufhin bei einer Rheumatologin, sogar bei einem Angiologen. Der hat die Kapillargefäße in den Fingern schon mal überprüft. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es Verdachtsdiagnosen gab. Meistens ging es mir dann aber wieder gut.


Ich hatte in 2020 dreimal ziemlich stark Corona. Seitdem hatte ich irgendwie das Gefühl, dass da etwas hängen geblieben ist. In der Zeit wurden meine Beschwerden stärker. Da lag natürlich die Vermutung nahe, dass da etwas zurückgebelieben sein könnte. Long Covid vielleicht.


Ich war oft so erschöpft. Ich habe mich immer öfter krank gefühlt, dann ging es wieder. Es war ein Auf und ab. Irgendwann nahm dieses Krankheitsgefühl immer mehr zu.  Ich bin dann zum Hausarzt. Bei den normalen Blutuntersuchungen gab es keine Auffälligkeiten. Beim Frauenarzt habe ich meine Hormone kontrollieren lassen, beim HNO-Arzt war ich auch. Alles in Ordnung!


Mein Hausarzt hat mich dann zur Mutter-Kind-Kur geschickt. Zu viel Alltag, der Beruf, die Kinder. Er meinte, ich sollte mich einfach mal erholen. In der Kur ist es dann aber schlimmer geworden statt besser. Wir sind dort viel gewandert und das ist mir gar nicht bekommen.

Ja, und dann bin ich wieder zu der Rheumatologin, bei der ich vor fünf Jahren schon mal war. Sie hat dann ganz viel Blutuntersuchungen gemacht und festgestellt, dass drei Werte nicht in Ordnung waren. Mit einer Verdachtsdiagnose überwies sie mich hierher in die Klinik an der Weißenburg. Die ersten beiden Tage waren intensiv, es wurden ganz viele Untersuchungen gemacht, von Blutuntersuchungen über Ultraschall usw. Am zweiten Tag stand dann auch schon die Diagnose fest: Das Sjögren-Syndrom. Brennende, tränende Augen, Gliederschmerzen und Schmerzen am ganzen Körper, das Gefühl einer ewigen Grippe, das ständige Frieren, die starke Erschöpfung hatte ich ja schon seit zwei Jahren. Jetzt gab es eine Erklärung.


Irgendwie war ich erleichtert endlich eine Diagnose zu haben und dann wieder geschockt, weil ich ja jetzt chronisch krank bin und die Krankheit zu 100 Prozent bleiben wird. Meine Familie hatte sich ja in den zwei Jahren auch ziemliche Sorgen gemacht. Zu meinen Kindern habe ich oft sagen müssen „Mama ist schlapp.“ oder „Mama ruht sich nochmal aus.“  


Meine Familie hat mit nach der Diagnose gesucht, recherchiert, mir weitere Arztbesuche empfohlen. Keiner konnte verstehen, dass es mir als junger Frau so schlecht gehen kann.

Als ich hier in der Sozialberatung saß und es darum ging, die Schwerbehinderung zu beantragen habe ich schon ganz schön geschluckt. Jetzt gehöre ich zu den Invaliden habe ich gedacht. Die paar Vorteile würde ich gerne eintauschen gegen Leben ohne Rheuma.

Ich bin hier in der Klinik auf Medikamente eingestellt worden, um diese Entzündungen zu bekämpfen und das Immunsystem zu stabilisieren. Die Medikamente werde ich wohl eine ganze Weile nehmen müssen. Dennoch habe ich für mich entschieden, meine Krankheit ganzheitlich anzugehen. Ich werde mich mit meiner Ernährung, mit Achtsamkeit, mit Bewegung und verschiedenen anderen Themen auseinandersetzen. Vielleicht klappt es ja so, wie ich mir das vorstelle und ich bekomme meine Krankheit auf diese Weise in den Griff. Dass sie bleibt, ist ja leider so, aber vielleicht kann ich beschwerdefrei leben.


Ich werde nach meiner Entlassung mit meinem Arbeitgeber über meine Krankheit sprechen. Wenn man einen bestimmten Grad an Schwerbehinderung bekommt, betrifft das ja automatisch auch die Arbeit. Zum Beispiel beim Urlaubsanspruch. Ich möchte auch mit meinen Kollegen reden. Ich brauche kein Mitleid. Aber vielleicht Verständnis. Die sollen einfach wissen, dass ich nicht krank mache, sondern dass es einen Grund gibt, wenn es mir wirklich gerade mal wieder nicht so gut geht.


Meine Behandlung hier empfinde ich als sehr, sehr gut. Die Klinik ist ganz toll. Von der Putzfrau bis zur Chefärztin: alle sind so freundlich. Alle sind mit ganz viel Liebe dabei. Als ich im Paraffinbad saß, wurde ich sogar gefragt, ob ich noch ein Kirschkernkissen möchte oder eine Igelballmassage.


Man bekommt immer wieder bei allen Therapien gesagt: Sie gehen so weit, wie Sie können. Sie gehen soweit, wie sie sich fühlen und wie es ihnen guttut. Sie entscheiden das selber! Und das alles immer mit einem Lächeln. Wir Patienten spüren, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne zum Arbeiten hierherkommen. Ich kann die Klinik mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Auf alle Fälle.

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