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Weißen 1, 07407 Uhlstädt-Kirchhasel

Was diese Frau mit ihren kaputten Händen alles macht!

  • 15. Mai
  • 3 Min. Lesezeit
Rheumapatientin 56 Jahre alt

Jeanette Frankowski, 55 Jahre


Angefangen hat alles vor ungefähr sechs oder sieben Jahren. Ganz langsam am kleinen Finger, links außen. Ich bin tatsächlich nicht gleich zum Arzt gegangen. Ich dachte halt, ok ich werde älter und da kommen so einige Wehwehchen mit den Jahren. Der kleine Finger wurde halt ein bisschen krumm. Das habe ich gar nicht so richtig beachtet.

Als dann die wirklich schlimmen Verformungen an beiden Händen begannen und die Schmerzen immer stärker wurden, habe ich dann Schmerzmedikamente geschluckt, also Ibuprofen. Zum Arzt bin ich erst gegangen, als die krummen Hände nicht mehr zu übersehen waren und auch schmerzhafter wurden.


Vorher haben mich die Veränderungen gar nicht so gestört. Andere kriegen Altersflecken und ich halt Schmerzen in den Händen.  Ich habe ja auch noch voll gearbeitet, viel mit den Händen. Die habe ich auch in der Freizeit viel benutzt, ich habe einen großen Garten. Irgendwann ging das dann mit den Verformungen ganz schön schnell.

Meine Schwester war es dann, die bei einem Glas Wein meine Hände ihrer Freundin, einer Allgemeinmedizinerin zeigte. Die sagte dann gleich „Naja, da geht bestimmt was mit Rheuma!“ Da war ich erst mal platt. Meine Schwester war es dann auch, die mir in Jena einen Rheumatologen gesucht hat. Ich bin damals ziemlich schnell drangekommen und hatte dann auch gleich meine Diagnose.  Auf Anraten meines Rheumatologen bin ich dann hier in die Klinik gekommen. Das war vor zweieinhalb Jahren. Ich wurde auf MTX eingestellt, Das hat sehr gut funktioniert.


Mein Rheuma wurde dennoch sehr schnell schlimmer. Ich wurde damals hier in der Klinik neben dem MTX gleichzeitig auf ein zweites Medikament eingestellt. Das wiederum hat mein damaliger Rheumatologe wahrscheinlich nicht so ernst genommen und schleifen lassen. Leider habe ich auch nicht nachgefragt. Es wurde dann so schlimm, dass ich unbedingt wieder hier die Klinik wollte. Das Vertrauen in meinen Rheumatologen hatte ich längst verloren.


Jetzt bin ich also das zweite Mal hier und wurde wieder auf das zweite Medikament eingestellt, ein neues Biologikum, damit die ohnehin schon sehr schlimmen Verformungen nicht noch weiter voranschreiten. Ich bin so froh, wieder hier sein zu dürfen. Ich bin beseelt, denn ich kann zukünftig hierher in die Ambulanz kommen, obwohl die eigentlich voll ist. Das ist für mich ein Sechser im Lotto.


Rheuma ist ja leider nicht heilbar. Damit muss ich leben. Ich bin froh, wenn es jetzt so bleibt, wie es ist und sich nicht verschlechtert. Das reicht mir schon, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil es ja nicht mehr rückgängig zu machen ist. Bei meiner rheumatischen Arthritis ist es wohl so, dass sich der Knochen bildet und nicht zerfrisst. Da gibt es ja auch verschiedene Varianten.


Ich habe einen großen Garten, den ich auch weiterhin bewirtschafte. Ich bin ja jetzt berentet.  Mein Papa sagt immer: „Nette, die Leute werden denken, was diese Frau mit ihren kaputten Händen alles macht. Das kann ja nicht sein! Es sieht alles so toll aus bei dir!“

Ich habe mich tatsächlich umstellen müssen in gewissen Sachen. Ich habe mir zum Beispiel kleine Gießkannen gekauft und die großen weggetan. Ich laufe dann eben fünfmal und mache Sachen zu Zeiten, wo andere sich auf die Hollywood-Schaukel setzen. Gegen Nachmittag sind meine Hände geschmeidig, so gegen Abend kommt bei mir alles so ein bisschen in den Fluss. Dann fange ich an, meine kleinen Arbeiten zu machen. Halt alles etwas langsamer. Wenn ich Hilfe brauche, frage ich meinem Sohn oder seine und meine Freunde. Bisher war es bei mir so, immer das zu machen, was anderen gefällt. Ich bin noch nicht soweit, darüber anders zu denken. Aber ich bin dran, bin auf dem Weg. Hier in der Klinik sprechen wir Patienten auch sehr viel miteinander, das gibt mir sehr viel.


Diese Klinik ist für mich eine besonders gute Erfahrung. Ich finde es erstmal sehr schön, dass auf unserer Station ausschließlich Ärztinnen arbeiten. Vielleicht, weil ich von meinem Rheumatologen so enttäuscht wurde. Ich kann auch mit den Ärztinnen über private Sachen sprechen und meinen mentalen Zustand. Der ist gerade nicht so gut. Ich bin happy, dass auch darauf eingegangen wird.


Ich kann die Klinik hundertprozentig weiterempfehlen. Ich hoffe, ich kann auch wieder zu einer stationären Therapie hierherkommen. Ambulant habe ich ja im Februar einen Termin. Die Lage der Klinik und die Größe gefallen mir gut. Ich mag es klein, ein bisschen Mulle, Mulle, schön nah am Wald. Für mich ist das ein Traum hier.


Goethe gefiel die Gegend hier auch sehr und seiner Frau Christiane Vulpius  ebenso. Sie hatte ja einen großen Einfluss auf seine Werke. Damals wurde das halt nicht so gesehen und gewürdigt.  Das ist ja jetzt alles etwas anders. Wir Frauen schaffen das. Auf jeden Fall.

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