Ohne Stricknadeln funktioniere ich nicht!
- 7. Feb.
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Martina Wappler, 61 Jahre
Dass ich hier in einer Fachklinik für Rheumatologie gelandet bin, ist für mich immer noch schwer zu begreifen. Wie bei den meisten Betroffenen war die Erkrankung ganz plötzlich da. Ohne Vorwarnung, völlig ungebremst. Im September 2025 ging es los. Meine Handrücken schwollen an, ich konnte meine rechte Hand nicht mehr bewegen, konnte nicht mehr zugreifen und Kraft hatte ich auch keine mehr. An den Füßen ging es weiter, die Zehen wurden ebenfalls dick. Ich konnte kaum noch richtig laufen. Ich bin OP-Schwester und auf meine Hände angewiesen. Auf meine Füße natürlich auch, die Gänge mit den sechs OP-Sälen sind lang. Da muss ich manchmal ganz schön flitzen. Und nun das!
Meine Blutwerte waren sehr auffällig, die Entzündungswerte um 50 Prozent erhöht. Meine Hausärztin war sofort alarmiert, verordnete Prednisolon, das sofort wirkte, nahm den Telefonhörer in die Hand und organisierte einen Termin in der Klinik an der Weißenburg. Das war vor fünf Wochen, jetzt bin ich hier in der Fachklinik. Zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben und ich bin begeistert.
Ja, ich habe eine rheumatische Arthritis. Und ja, die wird bleiben. Damit muss ich klarkommen. Ich wurde dennoch vom Glück angehaucht! Alles ging bei mir so schnell. Die tolle Reaktion meiner jungen Hausärztin, der ich sehr dankbar bin, die rasche Aufnahme hier im Fachkrankenhaus, die zügige Diagnosestellung, der Aufenthalt und die Therapien in dieser Klinik.
Hier habe ich wieder Mut und neue Hoffnung geschöpft. Ich kann es kaum beschreiben, so wohl fühle ich mich und so zuversichtlich. Schon die Aufnahme in der Klinik war toll, die Organisation ist klasse, kein Weg muss zweimal abgeklappert werden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind freundlich, egal wie viele Patienten im Haus sind. Bei der täglichen Visite wird jede meiner Fragen von den Ärztinnen kompetent beantwortet. Jede meiner Nebenerkrankungen wird ernst genommen. Das ist ein gutes und beruhigendes Gefühl.
Ich habe jetzt mit der MTX-Spritzentherapie begonnen und es geht mir prima. Auch alle anderen Therapien habe mir gutgetan. Ich bin ein großer Handarbeitsfan. Ohne Stricknadeln funktioniere ich einfach nicht. Mit der Bewegungstherapie hier in der Klinik geht das jetzt alles wieder. Ich bin sehr zufrieden.
Ich bin jetzt 37 Jahre im OP. Ich liebe meinen Beruf. In der Zeit habe ich drei Kinder bekommen und großgezogen. Ich habe in fünf verschiedenen Arbeitszeitmodelle gearbeitet. So wie ich mich jetzt fühle, kann ich mir gut vorstellen, wieder im OP zu stehen. Meine 45 Berufsjahre möchte ich vollkriegen. Das ist mein Ziel.



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