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Weißen 1, 07407 Uhlstädt-Kirchhasel

Geschlechtersensible Medizin in der Rheumatologie nimmt Fahrt auf

  • 22. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Chefärztin Dr. Schneider im Gespräch


Klinik an der Weißenburg setzt auf moderne und gerechte Versorgung für alle Geschlechter / Jede Person mit Rheuma erhält hier die Behandlung, die zu ihrem Körper, ihrem Krankheitsverlauf und ihrem Alltag passt / Geschlechtersensible Medizin in der Rheumatologie


Leider ist es ein Fakt: Für Frauen, Männer und diverse Personen gibt es bis heute keine gleich gute medizinische Versorgung. Lange Zeit war die Forschung und auch die wissenschaftliche Datenlage auf den männlichen Durchschnittskörper ausgerichtet. Dementsprechend gab und gibt es Wissenslücken mit Folgen für Diagnostik und Therapie. Obwohl die Frauengesundheitsbewegung in den siebziger Jahren bereits die Rechte der Frauen mehr in den Fokus rückte, gibt es weiterhin konkrete Geschlechterunterschiede in der Medizin. Die gute Nachricht: Die geschlechtersensible Medizin nimmt Fahrt auf.


Unterschiede im Blick

„Ich beobachte bei den Rheumatologen vermehrt ein Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit. Geschlechtersensible Medizin findet in den Praxen und im Alltag immer mehr ihren Weg. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau haben bereits viele Kolleginnen und Kollegen im Blick“ freut sich Dr. Sylke Schneider, Chefärztin der Rheumatologie in der Klinik an der Weißenburg. Sie weiß, wovon sie spricht.


Rheumatische Erkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Leiden. Sie betreffen Frauen und Männer jedoch nicht gleichermaßen. Studien belegen, dass viele entzündlich‑rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Kollagenosen oder systemischer Lupus erythematodes bei Frauen deutlich häufiger auftreten. Männer dagegen sind bei einzelnen Krankheitsbildern stärker von schweren Organbeteiligungen betroffen.


Frauen warten häufig länger auf eine gesicherte Diagnose

Trotz der höheren Betroffenheit warten Frauen häufig länger auf eine gesicherte Diagnose. Ihre Symptome sind oft vielgestaltiger, Laborwerte und Bildgebung nicht ganz so eindeutig. Und Frauen kommunizieren anders. „Wir stellen immer wieder fest, dass Frauen bei ersten Symptomen viel später einen Hausarzt oder einen Rheumatologen aufsuchen. Oft nehmen sie ihre Symptome gar nicht ernst, halten sie aus oder reden sie klein“ erklärt Dr. Sylke Schneider. „Hinzu kommt leider auch, dass bei Frauen die Beschwerden auf vorausgegangene Schwangerschaften und Geburten, das Alter, die familiäre Belastung durch Beruf, Haushalt und Kinder und natürlich auf das Totschlagargument Wechseljahre geschoben werden. Die Odysee so mancher Frau wäre wirklich vermeidbar.“


Zeitverlust durch späte Diagnostik

Durch die späte Diagnostik vergeht wertvolle Zeit, in der eine wirksame Therapie bereits begonnen werden könnte. Wichtige Unterschiede zeigen sich auch in der Behandlung. Frauen sprechen bei einigen Therapien, etwa bestimmten Biologika, seltener anhaltend gut an und erreichen seltener eine vollständige Krankheitskontrolle. „Frauen reagieren anders auf Medikamente. So bleiben Medikamente rund 1/3 länger im weiblichen Magen als bei Männern. Hormonell bedingt dauert auch die Magen-Darm-Passage bei Frauen länger. Diese jedoch beeinflusst die Aufnahmemenge und -geschwindigkeit eines Medikamentes, das sich bei Frauen ganz anders im Körper verteilt“ erläutert die erfahrene Rheumatologin. „Frauen sind kleiner und leichter und sie haben einen höheren Fettgehalt im Körper. Die gleiche Dosis eines Medikamentes wirkt bei Frauen jedoch ganz anders. Das muss zukünftig mehr Berücksichtigung finden. Ich bin froh, dass die Forschung jetzt auf diesem Gebiet vorangetrieben und männliche Standards überwunden werden.“


Ein klares Nein zum Gender Health Gap

In der Klinik an der Weißenburg jedenfalls ist die geschlechtersensible Medizin angekommen. Hier haben jahrelang geprägte gesellschaftliche Normen keine Chance. „Eine präzisere, geschlechtersensible und intersektionale Medizin bedeutet eine bessere Gesundheitsversorgung für alle. Der Gender Health Gap muss überwunden werden. Unser Ziel hier an der Klinik ist eine moderne, gerechte Versorgung: Jede Person mit Rheuma erhält hier die Behandlung, die zu ihrem Körper, ihrem Krankheitsverlauf und ihrem Alltag passt – unabhängig vom Geschlecht“ so Dr. Sylke Schneider.

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