Cortison – Schlechter als sein Ruf?
- vor 3 Tagen
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Cortison ist ein lebensnotwendiges Hormon. Es wird von jedem Körper in der Nebennierenrinde selbst herstellt. Synthetisches Cortison wird für Therapiezwecke eingesetzt. Seinen schlechten Ruf verdankt die Cortison-Therapie den 60iger Jahren. Als Wundermittel gepriesen, wurde es in den Anfangsjahren zu hoch dosiert und unkontrolliert eingesetzt, was zu vermeidbaren Nebenwirkungen führte. Heute wird das Medikament korrekter, gezielter und zeitlich begrenzt verabreicht.
In der Rheumatologie nimmt Cortison aufgrund seiner stark entzündungshemmenden Eigenschaften eine wesentliche Rolle ein. Es wird oft in der Akuttherapie im Rahmen von Stoßtherapien in etwas höheren Dosen eingesetzt und im Laufe der Behandlung stetig reduziert, bis die Behandlung mit Cortison schließlich beendet werden kann.
So wenig , so kurz und so zielgerichtet wie möglich
Die Faustregel beim Einsatz von Cortison lautet ganz klar: So wenig, so kurz und so zielgerichtet wie möglich. Es ist aber zu beachten, dass Effekte dosisabhängig sind. Die Nutzen-Risiko-Abwägung hängt jedoch immer von der Art der Erkrankung ab. In manchen Fällen kann auch eine niedrigdosierte Dauertherapie notwendig werden.
Im Idealfall sollte das Cortison-Präparat morgens zwischen 6 und 8 Uhr eingenommen werden. In dieser Zeit wird die körpereigene Hormonproduktion am wenigsten gestört. In selten Fällen kann nach ärztlicher Anordnung eine abendliche Einnahme erfolgen, hierzu existieren Spezialpräparate.
Absolutes Muss bei der Einnahme von Cortison:
Bleiben Sie in ärztlicher bzw. fachärztlicher Behandlung. Verpassen Sie keine Kontrolluntersuchungen. Nur so können etwaige Nebenwirkungen rechtzeitig festgestellt werden. Diese sind dosis- und zeitabhängig und bilden sich nach Beendigung der Einnahme meistens zurück. Bei Patienten in Dauertherapie, die zusätzlich einmal im Jahr ihre Augen kontrollieren lassen sollten, gilt ebenfalls: So wenig wie möglich – so viel wie nötig.
Beenden Sie bitte keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache die Einnahme der Medikamente. Möglicherweise wird durch die Therapie die körpereigene Cortison-Produktion unterdrückt. Es kann zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen, denn der Körper ist nicht in der Lage, sofort wieder eine ausreichende Cortison-Menge selbst herzustellen.
Das spricht für Cortison:
Schnelle und starke Entzündungshemmungumgehende Wirkungschnelle Besserung innerhalb weniger Stunden bis Tagein richtiger Dosierung und kurzer Anwendung kaum Nebenwirkungenvielfältige Einsatzmöglichkeiten je Indikation: Tabletten, Spritzen, Cremes, Sprays, Zäpfchen kann mitunter je nach Erkrankung lebensrettend sein
Das spricht dagegen:
stärkeres Hungergefühl, Gewichtszunahme, runderes Gesicht Veränderungen an der Haut, wie z. B. vermehrt Pickel oder kleinere Blutergüssegelegentlich psychische Reaktionen: Euphorie, seltener Depressionenbei längerer und höher dosierter Cortison-Therapie Entwicklung einer Osteoporose, MuskelschwächeBlutzucker- oder BlutdrucksteigerungenMagenschleimhautentzündung und Magengeschwüre



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