Mutti, Seelentrösterin und Blitzableiter
- Klinik an der Weißenburg

- vor 6 Tagen
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Speziell ausgebildete Praxisanleiterinnen begleiten die Pflege-Azubis in der Klinik an der Weißenburg in Uhlstädt-Kirchhasel
„Können Sie mir erklären wie …?“, „Das klappt bei mir irgendwie nicht“, „Was mache ich eigentlich, wenn …?“ – tausend Fragen, Wünsche und Herausforderungen bringt die Ausbildung zur Pflegefachkraft für junge Menschen in drei Lehrjahren mit sich. Ob theoretische Fragen aus der Pflegefachschule, praktische Anleitungen beim Umgang mit Patientinnen und Patienten oder auch der Wunsch nach ein wenig Trost, wenn es mal nicht so läuft wie gewollt. Zum Glück ist in solchen Fällen guter Rat nicht weit, wenn Isabel Schirmer und Maria Reinhardt in der Nähe sind. Die beiden sind Praxisanleiterinnen in der Klinik an der Weißenburg in Uhlstädt-Kirchhasel. Mit einem Augenzwinkern beschreiben sie ihre Rolle als eine Mischung aus „Mutti, Seelentrösterin und Blitzableiter“ – immer nah an den Auszubildenden und doch mit Respekt und professioneller Distanz, denn das „Sie“ bleibt während der gesamten Ausbildung bestehen.
Doppelrolle mit wichtigen Aufgaben
„Unsere Aufgabe als Praxisanleiterin ist vielfältig und spannend zugleich“, erklärt Isabel Schirmer. „Wir sollen den beruflichen Nachwuchs in unserer Klinik betreuen, fachlich stärken, persönlich auffangen und natürlich zugleich selbst auch ein gutes Beispiel sein.“ „Und wir wollen zeigen, dass unsere Klinik ein attraktiver Ausbildungsbetrieb in der Region ist“, ergänzt Maria Reinhardt. Parallel sind die beiden auch beruflich als Pflegefachkräfte in der Klinik tätig. Damit diese anspruchsvolle Doppelrolle gelingt, brauchen sie ein starkes Team im Rücken, das ihnen den nötigen Freiraum verschafft. Und auch das gibt es Klinik an der Weißenburg, denn die Kolleginnen und Kollegen stehen voll hinter den Praxisanleiterinnen.
Strukturiert lernen mit Praxisordner und Lernzielen
Als spezialisiertes Fachkrankenhaus für Rheumatologie, Schmerztherapie und orthopädischer Rehabilitation muss die Klinik nicht nur hohe Standards bei der Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten einhalten. Das gleiche gilt auch für die Ausbildung der künftigen Pflegefachkräfte. Wer seine praktische Ausbildung in der Klinik an der Weißenburg absolviert, startet mit klar definierten Lernzielen, die gemeinsam mit den Praxisanleiterinnen festgelegt und terminiert werden. „Gesetzlich ist vorgegeben, wie viel Zeit pro Schülerin oder Schüler in Anleitung und Gespräche investiert werden muss – ein Rahmen, den wir in der Klinik konsequent nutzen, um Lernen planbar und verbindlich zu machen“, erklärt Maria Reinhardt. Jede und jeder Azubi erhält einen eigenen Praxisordner, in dem Stunden, Praxisaufträge, Gespräche und Zielvereinbarungen dokumentiert sind. In Anfangs-, Zwischen- und Endgesprächen wird festgehalten, welche Lernziele bereits erreicht sind, welche noch offenstehen und wo zusätzliche Unterstützung erforderlich ist.
Familiäres Klima und breite Einblicke
Für Azubi Michelle Bretschneider ist die Weißenburg bereits der zweite Anlauf in der Pflege – aus persönlichen Gründen. Bewusst hat sie sich für den Wechsel an die kleinere, familiär geprägte Klinik in Wohnortnähe entschieden. Besonders gereizt haben sie das wertschätzende Miteinander im Team und die Möglichkeit, unterschiedliche Bereiche wie Pflege, Reha und das Pflegezentrum für Kurzzeit- und Verhinderungspflege kennenzulernen. Der enge Draht zu den Praxisanleiterinnen gibt ihr Sicherheit im Alltag, während verbindliche Standards und ein Curriculum, das Inhalte, Ziele und Abläufe der praktischen Ausbildung vorgibt, Orientierung bietet. Offenheit in der Kommunikation ist ausdrücklich erwünscht: Konstruktive Kritik soll geäußert und angenommen werden, damit alle Beteiligten aus Erfahrungen lernen können.
Gute Chancen für die Zeit nach dem Examen
Die Ausbildung in der Klinik an der Weißenburg ist auf langfristige Perspektiven angelegt: Nach erfolgreichem Abschluss der dreijährigen Ausbildung besteht die Möglichkeit der Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis. Im Haus werden regelmäßige interne Fortbildungen angeboten, zudem unterstützt die Klinikleitung aktiv bei externen Weiterbildungen, etwa zur rheumatologischen Fachassistenz, Wundschwester oder sogar zur Stationsleitung. Wer sich persönlich weiterentwickeln möchte, kann sich auch als „Springer“ im Haus in verschiedenen Bereichen einbringen oder mit zusätzlicher Qualifikation mehr Verantwortung übernehmen. So profitieren „Jung“ und „Alt“ gleichermaßen voneinander: Berufseinsteiger bringen frische Ideen mit, erfahrene Pflegekräfte geben ihr Wissen weiter und sichern damit die hohe Versorgungsqualität des einzigen Fachkrankenhauses für Rheumatologie in Thüringen.
Übrigens: Auch den Titel „Praxisanleiter(in)“ – wie Isabel Schirmer und Maria Reinhardt – können examinierte Pflegefachkräfte im Rahmen einer Zusatzqualifikation erwerben. Neben fachlicher Kompetenz ist dazu vor allem Freude daran gefragt, junge Menschen anzuleiten, zu lehren und auch in schwierigen Situationen zu begleiten. Mitbringen muss man formal mindestens zwei Jahre Berufserfahrung und ein Jahr Vollzeitunterricht und Hospitation an einer Fachschule (z. B. in Jena oder Pößneck). Am Ende wartet schließlich ein IHK-Diplom.
Gesucht: Menschen mit Herz für Pflege
Die Klinik an der Weißenburg nutzt ihre starke Ausbildungsstruktur gezielt, um neue Auszubildende für die Pflege zu gewinnen – ein wichtiger Baustein, um den Fachkräftemangel in der Region abzufedern. Gesucht werden junge Menschen – gern auch Quereinsteiger –, die ehrlich, pünktlich und zuverlässig sind und Lust haben, Verantwortung für andere zu übernehmen. Wer sich für eine Ausbildung in der Pflege interessiert, profitiert dann von der Nähe von Arbeitsplatz und Wohnort, einem überschaubaren Haus mit persönlicher Atmosphäre und der Chance, in einem etablierten Gesundheitsbereich Fuß zu fassen. Für viele, wie Azubi Michelle, ist die Weißenburg damit nicht nur ein Ausbildungsort, sondern ein Platz, an dem man ankommt und seine berufliche Zukunft sieht.

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