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Wenn Schuppenflechte die Gelenke angreift — Welt-Psoriasis-Tag 2026

Wenn Schuppenflechte die Gelenke angreift — Welt-Psoriasis-Tag 2026

Wenn Schuppenflechte die Gelenke angreift

Klinik an der Weißenburg in Uhlstädt-Kirchhasel klärt anlässlich des weltweiten Aktions- und Gesundheitstages über die Krankheit Psoriasisarthritis und den Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Rheuma auf

Uhlstädt-Kirchhasel, 29. Oktober 2026 – Schuppenflechte ist für viele Menschen vor allem eine Hauterkrankung: gerötete, schuppende Stellen, häufig an Kopfhaut, Ellenbogen oder Knien. Doch bei einem erheblichen Teil der Betroffenen betrifft die Erkrankung auch die Gelenke. Dann kann eine so genannte „Psoriasisarthritis“ (PsA) vorliegen – eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die unbehandelt Gelenke, Sehnenansätze, die Wirbelsäule und die Nägel schädigen kann. Anlässlich des Welt-Psoriasis-Tags am 29. Oktober macht die Klinik an der Weißenburg auf die Erkrankung, ihre Warnzeichen und die Bedeutung einer frühen Behandlung aufmerksam. „Die Psoriasisarthritis wird oft unterschätzt, weil sie sich nicht nur an der Haut zeigt“, erklärt Chefärztin Dr. med. Sylke Schneider, MBA. „Schmerzende oder geschwollene Gelenke, Morgensteifigkeit oder eine plötzlich angeschwollene Zehe können erste Hinweise sein. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich Schmerzen lindern und bleibende Gelenkschäden verhindern.“

Wenn die Haut nur ein Teil des Bildes ist

Schätzungen zufolge entwickeln 20 bis 30 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte im Laufe ihres Lebens zusätzlich eine Psoriasisarthritis. Typischerweise beginnen die Beschwerden zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen. In vielen Fällen besteht die Hauterkrankung bereits Jahre, bevor Gelenkbeschwerden auftreten. Es ist aber auch möglich, dass die Gelenkentzündung den sichtbaren Hautveränderungen vorausgeht. „Wichtig ist: Eine Psoriasisarthritis kann vorhanden sein, auch wenn noch keine Schuppenflechte sichtbar ist“, betont Dr. Schneider. „Wer unter anhaltenden Gelenkschmerzen, Schwellungen oder ausgeprägter Morgensteifigkeit leidet, sollte das ärztlich abklären lassen – besonders, wenn eine Schuppenflechte bekannt ist oder in der Familie vorkommt.“

Psoriasisarthritis und Rheuma: Was gehört zusammen?

Der Begriff „Rheuma“ ist medizinisch kein Name für eine einzelne Krankheit, sondern ein Oberbegriff für mehr als 200 unterschiedliche Erkrankungen. Gemeinsam ist vielen davon, dass das Immunsystem fälschlicherweise Entzündungsprozesse im eigenen Körper auslöst. Die Psoriasisarthritis zählt zu den chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, genauer zu den Spondyloarthritiden. Bei einer Psoriasisarthritis gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht und entzündet nicht nur die Haut, sondern kann auch die Innenhaut der Gelenke, Sehnenansätze und die Wirbelsäule entzünden. Die Folge sind Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeit und im Verlauf mögliche Gelenkschäden. Typisch sind zudem umgangssprachlich so genannte „Wurstfinger“ oder „Wurstzehen“, bei denen ein ganzer Finger oder eine ganze Zehe entzündet und geschwollen ist. Auch Nagelveränderungen, Sehnenschmerzen etwa an der Ferse, Rückenschmerzen durch eine Wirbelsäulenentzündung sowie anhaltende Müdigkeit können auftreten. „Psoriasisarthritis ist also eine systemische Entzündungserkrankung, die mehr als nur die Haut betrifft“, erläutert Dr. Schneider. „Deshalb braucht es eine rheumatologische Diagnostik und eine Therapie, die nicht nur Symptome lindert, sondern die Entzündung langfristig kontrolliert.“

Früh behandeln, Gelenke schützen

Eine Heilung von Psoriasisarthritis ist derzeit nicht möglich. Mit einer individuell abgestimmten Behandlung lässt sich die Erkrankung aber häufig gut kontrollieren. Ziel der Klinik an der Weißenburg ist es, die Entzündung möglichst vollständig zu unterdrücken, Schmerzen zu reduzieren, Beweglichkeit und Kraft zu erhalten und bleibende Schäden zu vermeiden. Neben gezielter Bewegung und Physiotherapie kommen dabei je nach Verlauf und Schweregrad der Erkrankung auch entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz. Reicht eine konventionelle Basisbehandlung nicht aus, können moderne Biologika infrage kommen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche Gelenke betroffen sind, wie stark die Haut beteiligt ist und ob weitere Erkrankungen vorliegen. „Es gibt heute sehr wirksame Therapieoptionen“, erklärt Dr. Schneider. „Entscheidend ist, die Behandlung regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Patientinnen und Patienten sollten ihre Beschwerden ernst nehmen und nicht abwarten, bis die Gelenke dauerhaft geschädigt sind.“

Rheumatologische Expertise der Klinik an der Weißenburg

Als rheumatologisches Fachkrankenhaus verfügt die Klinik an der Weißenburg über besondere Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen, zu denen auch die Psoriasisarthritis gehört. Das interdisziplinäre Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegefachkräften begleitet Betroffene von der Abklärung erster Symptome über die Einleitung einer individuellen Therapie bis zur langfristigen Kontrolle der Erkrankung. Im Mittelpunkt stehen eine sorgfältige Untersuchung, die Abstimmung moderner Medikamente sowie begleitende Maßnahmen wie Physiotherapie und Patientenschulung. Ziel ist es, dass Betroffene möglichst lange mobil, selbstständig und schmerzarm bleiben.

Welt-Psoriasis-Tag am 29. Oktober

Der Welt-Psoriasis-Tag findet jährlich am 29. Oktober statt. Er soll die Öffentlichkeit über Schuppenflechte und ihre Begleiterkrankungen informieren, Vorurteile abbauen und Betroffene ermutigen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unter dem Motto „Look Beyond My Skin“ stehen in diesem Jahr besonders Jugendliche und junge Erwachsene im Fokus. Insgesamt sind in Deutschland rund zwei Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. „Der Aktionstag ist eine gute Gelegenheit, aufzuklären und Betroffenen Mut zu machen“, sagt Dr. Schneider. „Mit früher Diagnose und konsequenter Behandlung können viele Menschen mit Psoriasisarthritis heute ein aktives Leben führen.“

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