Der Rheumarückfall hat mich stark getroffen
Karin Ressel, 72 Jahre
Das erste Mal war ich 2017 hier in der Klinik an der Weißenburg. Damals wurde bei mir eine Psoriasis-Arthritis festgestellt. Ich hatte über ein Jahr lang eine offene Fußsohle, die zwar vom Hausarzt behandelt wurde, aber ohne Erfolg. Meine Rheuma-Ärztin überwies mich dann hierher.
Hier in der Weißenburg bin ich schon damals ganz wunderbar von den Ärzten und dem Pflegepersonal aufgenommen und behandelt worden. Ich habe MTX bekommen. Leider habe ich damals die Tabletten nicht vertragen. Aber dann haben sich die Ärzte an einer neuen Studie orientiert. Geholfen haben mir dann die Pens, die ich bekommen habe, also Spritzen. Es wurde zusehends besser.
Ich bin dann vierteljährlich hergekommen zur Blutkontrolle und zum Spritzen. Das hat mir sehr gutgetan, muss ich sagen. Ich war hier auch 14 Tage zur Komplextherapie und Medikamenteneinstellung. Auch das war top. Diese Spritzen habe ich dann bis kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie erhalten. Wir haben sie abgesetzt, weil ich keinerlei Beschwerden mehr hatte. Ich dachte schon, das Rheuma wäre weg.
Doch jetzt im August hatte ich eine Entzündung am Dick- und Dünndarm. Durch diese Entzündung ist dann das Rheuma wieder aufgeflammt. Und wie es zurückkam. Ganz schlimm. Wir haben eine längere Behandlung mit Prednisolon probiert. Das habe ich gar nicht vertragen. Jetzt bekomme ich Cortison, aber in einer anderen Dosis. Wenn mein EKG heute gut ausfällt, dann werde ich neu eingestellt auf eine Tablette.
Der Rheumarückfall hat mich stark getroffen. Psychisch ging es mir gar nicht gut. Die akute Verschlimmerung hat mich sehr runtergerissen. Plötzlich war ich so mutlos. Täglich die geschwollenen Hände. Ich konnte mich morgens kaum anziehen. Diese stechenden, bleibenden Schmerzen. Ich wünsche das wirklich niemandem.
Jetzt bin ich endlich wieder hier in der Klinik. Alle kümmern sich so rührend um mich. Ich war schon in vielen Krankenhäusern, die Klinik hier jedoch kann ich wärmstens empfehlen. Jetzt am Wochenende hatte ich Herzrhythmusstörungen, warum auch immer. Das Personal war sofort bereit, sie haben zwei, drei EKGs gemacht, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist, Blut abgenommen und immer wieder nach mir gesehen. Ich fühlte mich sehr sicher.
Generell wird man hier sehr bemuttert. Man fühlt sich aufgehoben wie in einem Hotel. Jede Frage wird beantwortet, man wird wunderbar beraten. Auch das Essen schmeckt.
Wenn die Medikamente gut anschlagen, werde ich in dieser Woche entlassen, danach bin ich alle vier Wochen zur Kontrolle bei Frau Dr. Schneider und dann vierteljährlich. Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause. Wenn jemand eine Rheuma-Erkrankung hat, sollte er auf jeden Fall hierherkommen. Die Klinik ist nicht nur bei der Diagnose Rheuma gut. Hier gibt es ja auch vieles für Schmerzpatienten. Dazu gehören wir Rheuma-Patienten ja irgendwie auch.
Ich gehe hier positiv raus, das ist schon mal klar. Was sich dann ergibt, das muss ich sehen. Die Krankheit hat mich emotional sehr runtergerissen. Ja. Wenn das über so einen langen Zeitraum geht, reichen auch zwei Wochen Weißenburg nicht aus, um wieder richtig klarzukommen. Man kann nicht einfach sagen, juhu, jetzt springe ich wie ein junges Reh. Ich muss alles auf mich zukommen lassen und sehen, was die Zeit ergibt.

